Änderungen im Bereich Lohnbuchhaltung per 1. Januar 2016

Dezember 2015

Es ist ja definitiv nicht so, dass wir darauf gewartet hätten. Trotzdem stehen im kommenden Jahr diverse Änderungen bei der Lohnbuchhaltung an. Wir haben die Änderungen und Anpassungen für Sie zusammengefasst, und wir zeigen Ihnen, welche Manipulationen Sie in ProConcept ERP vornehmen müssen.

AHV/EO/IV

Senkung der paritären Beiträge

Der Beitragssatz für die Erwerbsausfallentschädigung wird von 0,5% auf 0,45% gesenkt, was auch den AHV-/IV-/EO-Beitragssatz auf 5.125% definiert, da dieser paritär ist.

Folglich müssen Sie die Sätze in Ihrer Lohnsoftware anpassen.

Beachten Sie, dass diese Aufteilung die Verwaltung von 3 Dezimalstellen bedingt und somit allenfalls eine Änderung der Lohnart in Ihrer Lohnsoftware erfordert.

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Erklärungen

Der Bundesrat hat beschlossen, den im Reglement für die Erwerbsausfallentschädigung festgelegten Beitragssatz für eine Periode von 5 Jahren zu senken, d.h. von Anfang 2016 bis Ende 2020.

Die Reserven des EO-Fonds – aus dem auch die Entschädigungen an Personen entrichtet werden, die Militär-, Zivil- oder Zivilschutzdienst leisten – haben in den Jahren nach Einführung des Mutterschaftsurlaubs im Juli 2005 stark abgenommen. Deshalb erhöhte der Bundesrat am 1. Januar 2011 provisorisch bis Ende 2015 den Lohnbeitragssatz von 0,3 auf 0,5%, um die Liquidität zu gewährleisten und die Reserven des Fonds wieder zu äufnen. Nach dem Gesetz dürfen die Guthaben des Fonds nicht unter 50% der jährlichen Ausgaben sinken.

Nach den aktuellen Prognosen sollten die Reserven Ende 2015 wieder 55% erreichen. Die finanzielle Lage des EO-Fonds erlaubt es somit, den Beitragssatz auf 0,45% zu senken, ohne dass damit die Guthaben des Fonds wieder unter das gesetzliche Minimum fallen. Der Bundesrat hat deshalb beschlossen, den Beitragssatz zu senken.

Der Beitragssatz wird erneut für eine Periode von 5 Jahren festgelegt, nämlich vom 1. Januar 2016 bis am 31. Dezember 2020. Der Bundesrat wird die Situation vor Ablauf dieser Periode neu beurteilen, um danach die notwendigen Massnahmen zu ergreifen.

Unfall- und Arbeitslosenversicherung

Erhöhung des Höchstbetrags des versicherten Verdienstes von CHF 126'000.- auf CHF 148'200.-

Ab dem 1. Januar 2016 wird auch der Höchstbetrag der von der obligatorischen Unfallversicherung abhängigen Arbeitslosenversicherung von CHF 126'000.- auf CHF 148'200.- erhöht.

Natürlich muss in Ihrer Lohnsoftware dieser neue Wert für die verschiedenen Höchst- und Mindestbeträge bei den obligatorischen Unfallversicherungen, den Zusatzversicherungen und der Arbeitslosenversicherung erfasst werden.

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Erklärungen

Der Bundesrat hat den ab dem 1. Januar 2016 geltenden versicherten Höchstbetrag in der Unfallversicherung erhöht, dieser garantiert nun, dass die grosse Mehrzahl der versicherten Arbeitnehmer bei Unfällen vollumfänglich gedeckt ist. Dies hat auch Auswirkungen auf die Arbeitslosenversicherung (ALV) und die Invalidenversicherung (IV).

Der Höchstbetrag des versicherten Verdienstes bestimmt nicht nur die Höhe der Prämien, sondern auch die Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung. Dieser wird vom Bundesrat festgelegt, der darauf achten muss, dass grundsätzlich mindestens 92% aber nicht mehr als 96% der versicherten Arbeitnehmer für den gesamten Verdienst gedeckt sind.

Die letzte Anpassung des Höchstbetrags des versicherten Verdienstes wurde am 1. Januar 2008 vorgenommen. Dieser Betrag musste wegen der Entwicklung der Löhne erhöht werden. Der Bundesrat hat beschlossen, dass er ab dem 1. Januar 2016 von CHF 126'000.- auf CHF 148'200.- erhöht werden soll. Diese Erhöhung entspricht dem Durchschnitt der letzten Anpassungen. Damit sind 95% der Versicherten bei Unfall vollumfänglich gedeckt.

Der Höchstbetrag des versicherten Verdienstes in der obligatorischen Unfallversicherung beeinflusst die anderen Sozialversicherungen. Tatsächlich bestimmt er auch die Beiträge und Leistungen der ALV sowie den Höchstbetrag der IV-Taggelder. Die gegenwärtig für die Prämien und Beiträge festgelegten Sätze bleiben in der neuen Regelung unverändert. Hingegen gelten sie künftig auch für Löhne über CHF 126'000.-.

Quellensteuer

Änderungen der Tarife

Wie jedes Jahr werden die von den Kantonen definierten Quellensteuertarife angepasst, weshalb Sie diese in Ihrer Lohnsoftware ebenfalls aktualisieren müssen.

Auf der Website der Eidgenössischen Steuerverwaltung stehen die verschiedenen aktualisierten kantonalen Dateien zur Verfügung.

www.estv.admin.ch

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Lohnausweise und jährliche Deklarationen

Wie gewohnt werden den Sozialversicherungen Ende Jahr die Lohnausweise und die anderen Deklarationen übermittelt.

Es empfiehlt sich, die verschiedenen Informationen wie Beschäftigungsgrad oder Bemerkungen des Lohnausweises zu überprüfen.

Wenn Sie im Laufe des Jahres neue Lohnarten erstellt haben, empfehlen wir Ihnen ausserdem, die Liste der Lohnarten zu überprüfen, um sicherzugehen, dass diese auf dem Lohnausweis an der richtigen Stelle erscheinen.

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